Die beiden Hände

 

Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
Du, große Hand, ich brauche dich,
weil ich bei dir geborgen bin.
Ich spüre deine Hand, wenn ich wach werde und du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen,
wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche,
wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe.
Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.

Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du, kleine Hand, ich brauche dich,
weil ich von dir ergriffen bin.
Das spüre ich, weil ich viele Handgriffe für dich tun darf,
weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann,
weil ich mit dir kleine wunderbare Dinge entdecke,
weil ich deine Wärme spüre und dich lieb habe,
weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.

‘Sage nicht zu schnell: Wir können nichts tun. Wir können einem anderen
die Hand reichen, ihn zu halten versuchen oder uns von ihm die Hand halten
lassen. Ist das nichts?’

(von Marie Hüsing – gefunden im Kalendarium ‘Impulse von Mensch zu Mensch’
von Dr. Ebo Rau und Dr. György Irmey)